So schützt du dein Haar beim Schlafen

A: Das klingt ganz danach, als würdest du deinen Kopf - und damit dein Haar - durch das ständige Hin- und Herwälzen intensiv auf dem Kissen reiben. Das ist mit Sicherheit der Hauptgrund dafür, dass deine Haarstruktur stark angeraut wird.
Reibung und Haarschäden
Wenn wir uns nachts bewegen und das Haar auf klassischen Stoffen wie Baumwolle reibt, verfangen sich die einzelnen Strähnen schnell in den rauen Fasern des Bezugs. Baumwollgewebe entzieht dem Haar zudem wertvolle Feuchtigkeit, wodurch es austrocknet und deutlich anfälliger für Schäden wird.Durch diese ständige Reibung wird die äußere Schuppenschicht des Haares aufgeraut. Das führt genau zu den Verfilzungen und Nestern, die du beschreibst. Auf Dauer schädigt dieser Abrieb den Cortex im Haarinneren und begünstigt Spliss, Frizz und Haarbruch. Besonders dann, wenn dein Haar ohnehin schon trocken, chemisch behandelt oder anderweitig strapaziert ist.
Richtiges Entwirren am Morgen
Beim Stylen am Morgen solltest du diese Verfilzungen extrem vorsichtig lösen, um unnötigen Haarbruch zu vermeiden. Ein Entwirrungsspray oder ein leichtes Leave-in-Conditioner sind hier ideal. Wichtig ist auch, Knoten bereits vor der Haarwäsche gründlich auszukämmen. Bedenke immer: Nasses Haar befindet sich im dehnbarsten Zustand und ist daher besonders empfindlich.Ziehe eine Bürste oder einen Kamm niemals mit Gewalt durch verknotete Partien. Lockere das Haar stattdessen zuerst sanft mit den Fingern auf und arbeite dich dann mit einem grobzinkigen Kamm oder einer speziellen Detangling-Bürste durch die Längen. Beginne stets in den Spitzen und arbeite dich schrittweise nach oben zum Ansatz vor. Diese Technik schont die Haarstruktur maximal.

Schützende Nachtfrisuren
Wenn du langes Haar hast, empfiehlt es sich, vor dem Schlafengehen eine schützende Nachtfrisur zu tragen. Indem du den Bewegungsspielraum deiner Haare einschränkst, reduzierst du das Schadenspotenzial erheblich.Ein locker geflochtener Zopf eignet sich hierfür hervorragend. Das Ziel ist es, das Haar sanft zusammenzuhalten, ohne Zug auf die Kopfhaut oder die Haarwurzeln auszuüben. Zu stramme Frisuren über Nacht können auf Dauer nämlich zu einer sogenannten Traktionsalopezie (Haarausfall durch ständigen Zug) führen.
Alternativ kannst du einen lockeren, tief sitzenden Pferdeschwanz oder einen soften Nacken-Dutt tragen, den du mit einem schonenden Scrunchie aus Seide oder Satin fixierst. Verzichte unbedingt auf stramme Haargummis (insbesondere auf Varianten mit Metallclips oder rauen Nähten), da sie wie ein Sägeblatt auf das Haar wirken und schweren Haarbruch verursachen können.

Bettwäsche und Seiden-Accessoires
Du kannst das Problem effektiv minimieren, indem du auf einem hochwertigen Seiden- oder Satinkissen schläfst oder eine spezielle Schlafhaube aus Seide bzw. Satin trägst. Solche Hauben wirken im ersten Moment vielleicht etwas altmodisch, doch sie erfüllen seit jeher einen unverzichtbaren Zweck im Haarschutz. Sie umschließen das Haar komplett und verhindern Reibung fast vollständig.Stoffe aus echter Seide oder feinem Satin besitzen eine spiegelglatte Oberfläche und erzeugen weit weniger Reibung als Baumwolle. Dein Haar gleitet mühelos über das Material, anstatt an den Fasern hängenzubleiben oder seine natürlichen Öle einzubüßen. Ein Kissenbezug aus Seide reduziert den täglichen Abrieb enorm.
Eine Schlafhaube bietet zudem den Vorteil, dass sie die Frisur perfekt fixiert und das Haar gar nicht erst hin und her geworfen wird. Das ist besonders bei langem, lockigem oder stark zu Verfilzungen neigendem Haar eine echte Geheimwaffe.

Die Gefahr von nassem Haar im Bett
Achte auch darauf, in welchem Zustand du ins Bett gehst. Gehe niemals mit tropfnassem Haar schlafen! Im nassen Zustand sind die Wasserstoffbrückenbindungen im Haar gelöst, wodurch es extrem dehnbar und fragil wird. Selbst geringer Druck führt dann zu Überdehnung und Bruch. Zudem sorgt Feuchtigkeit über Nacht für extrem hartnäckige Verfilzungen und plattgelegene Wirbel am Morgen.Darüber hinaus schließt feuchtes Haar auf dem Kissen die Wärme auf der Kopfhaut ein. Dadurch entsteht ein feucht-warmes Mikroklima, das das Wachstum von Mikroorganismen und Hefepilzen begünstigt. Wenn du dein Haar abends wäschst, lasse es vor dem Schlafengehen immer vollständig an der Luft trocknen oder föhne es auf niedriger Stufe trocken.
Haarausfall vs. Haarbruch: Was ist normal?
Wenn du morgens ein paar Haare auf deinem Kissen findest, ist das nicht zwangsläufig ein Grund zur Sorge. Es ist im Rahmen des natürlichen Haarzyklus völlig normal, täglich etwa 50 bis 100 Haare zu verlieren. Viele dieser abgestorbenen Haare lösen sich erst nachts und sammeln sich dann auf dem Kissenbezug.Solltest du jedoch plötzlich eine deutlich größere Menge an Haaren auf dem Kissen finden, ein sichtbares Ausdünnen der Haardichte bemerken oder gar kahlere Stellen entdecken, liegt dies nicht allein an der Reibung. In diesem Fall ist es ratsam, die Ursachen von deinem Dermatologen oder Hausarzt abklären zu lassen.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haarpflege