Bart und Oberlippenbart färben

Vorbereitung des Barts auf das Färben
Bild: Chid87/Shutterstock
F: Kann man einen Bart oder Oberlippenbart färben?
 
A: Ja, absolut. Barthaare sind im Grunde wie jedes andere Haar an deinem Körper. Aber auch wenn du rein technisch gesehen normale Haarfarbe verwenden kannst, ist das keineswegs ideal. Speziell formulierte Bartfarbe ist deutlich sicherer, schonender und effektiver.
 
Es gibt nämlich wichtige Unterschiede, die du unbedingt beachten solltest. Der offensichtlichste ist die Haarstruktur. Barthaar ist meist viel krauser, borstiger und dicker als dein Haupthaar, weshalb es Farbpigmente schlechter annimmt. Auch die Haardichte variiert stark, weshalb du sehr präzise arbeiten musst, damit die sichtbare Gesichtshaut darunter nicht fleckig wird.
 

Was du wissen must:

• Nimm das richtige Produkt: Klassische Haarfarbe für das Haupthaar ist für eine Einwirkzeit von 30 bis 45 Minuten ausgelegt und verläuft dir schnell im Gesicht. Spezielle Bartfarben sind cremiger, tropffrei, wirken in nur 5 bis 10 Minuten ein und greifen selbst bei widerspenstigem, borstigem Barthaar viel besser.
 
• Mach immer erst einen Verträglichkeitstest: Die Haut im Gesicht und am Hals reagiert deutlich empfindlicher als die Kopfhaut. Führe deshalb 48 Stunden vor der Anwendung einen Hauttest in der Armbeuge durch, um allergische Reaktionen auszuschließen (besonders auf PPD, ein häufiges Allergen in dunklen Farbnuancen).
 
• Präziser Farbauftrag: Trage die Bartfarbe am besten immer mit einem speziellen, kleinen Färbepinsel auf. So behältst du die maximale Kontrolle über die Konturen. Zur Not tut es auch eine kleine Zahnbürste, aber die meisten Bartfarben-Sets liefern bereits einen passenden, dichten Applikatorpinsel mit.
 
• Vorsicht beim Blondieren: Wenn du deinen Bart aufhellen willst, nimm NIEMALS hochprozentigen Entwickler (Wasserstoffperoxid) oder normales Blondierpulver für das Haupthaar. Diese Rezepturen sind extrem scharf und führen im Gesicht rasch zu Verätzungen. Verzichte aber ebenso auf Bleichcremes aus der Drogerie. Diese sind lediglich dafür gedacht, feine Gesichtsbehaarung transparent zu machen. Für eine echte Blondierung bzw. einen Pigmentabzug reichen sie nicht aus und hinterlassen borstiges Barthaar meist knallorange. Nimm stattdessen einen niedrigprozentigen Entwickler in Kombination mit einer milden Blondiercreme und trage vorab eine Hautschutzcreme entlang der Konturen auf.
 
• Hautschutz & Farbentfernung: Bestreiche die Haut an den Bartkonturen vorab mit Vaseline oder einer fetthaltigen Hautschutzcreme als Farbsperre. Halte einen professionellen Farbentferner (Color Remover) bereit, um Farbflecken auf der Haut sofort abzuwischen, ohne die Pigmente wieder aus dem Bart zu ziehen. Hast du keinen Farbentferner zur Hand, helfen im Notfall auch etwas Reinigungsalkohol oder mildes Mizellenwasser auf einem Wattepad; vorausgesetzt, du reagierst schnell.
 
• Stutzen & Rasieren: Am besten stutzt du deinen Bart vor dem Färben auf die gewünschte Länge, um Produkt zu sparen. Verzichte jedoch unbedingt darauf, direkt vor dem Farbauftrag eine Nassrasur durchzuführen. Durch feine Mikroschnitte in der Haut steigt sonst das Risiko für chemische Reizungen, Brennen und Kontaktallergien enorm.
 
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Bart und Schnurrbart