Neumond, Vollmond und Haareschneiden

A: Wenn du deine Haare so lang wie möglich wachsen lassen möchtest, ist die Gesundheit deiner Haare das A und O. Das bedeutet konkret: Spliss und Haarbruch gezielt vorbeugen, indem du geschädigte Spitzen schneiden lässt, bevor sie weiter nach oben aufplatzen.
Vergiss den Kalender
Das heißt jedoch nicht, dass du dich starr an einen Turnus von sechs bis acht Wochen halten und jedes Mal eine bestimmte Menge an Haaren opfern musst. Haare halten sich an keinen Kalender. Bei manchen entsteht durch Hitzestyling, chemische Behandlungen oder feine Haarstrukturen schneller Spliss. Andere können wiederum deutlich länger bis zum nächsten Salonbesuch warten.Der beste Weg ist, deine Haare regelmäßig selbst zu überprüfen, anstatt dich blind auf feste Abstände zu verlassen. Schau dir deine Spitzen genau an: Wirken sie fransig oder spalten sie sich bereits, ist es Zeit für einen Spitzenschnitt. Sind die Enden geschmeidig und sehen gesund aus, kannst du beruhigt noch etwas warten.
Im Durchschnitt wächst das Haar etwa 1 bis 1,25 Zentimeter pro Monat. Das genaue Wachstum ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden. Genetik, Alter, Hormone, Ernährung und deine allgemeine Gesundheit beeinflussen maßgeblich, wie schnell dein Haar wächst.
Was ist mit dem Mond?
Der Mythos, dass man sich bei Neumond oder Vollmond (je nach Region) die Haare schneiden lassen sollte, hält sich seit Generationen. Auch wenn viele diesem Ritual gerne folgen: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Mondphasen das Haarwachstum beeinflussen. Das Haarwachstum wird schlichtweg nicht vom Mondzyklus gesteuert.Woher dieses Märchen stammt, weiß niemand ganz genau. In vielen Kulturen glaubte man früher, dass der Mond Einfluss auf das Wachstum, die Fruchtbarkeit und die Natur hat. So wurde er mit allem verknüpft, vom Bepflanzen der Felder bis hin zum Haareschneiden.

Gleichzeitig nutzten die Menschen lange vor modernen Kalendern und Terminplanern die Mondphasen als praktische Erinnerung für wiederkehrende Aufgaben im Haushalt. Da etwa alle vier Wochen Neumond und Vollmond sind, dienten diese Phasen als einfache Eselsbrücke für die persönliche Körperpflege.
Familien legten Haareschneiden, Nägelkürzen und andere Pflegeroutinen oft auf dieselben Tage. In vielen Haushalten bekamen alle (besonders die Männer und Jungen) am selben Tag die Haare geschnitten, schlichtweg aus praktischen und organisatorischen Gründen.
Realistische Abstände
Heute läuft der Friseurtermin anders ab. Professionelle Haarschnitte kosten Geld, Termine werden im Voraus gebucht und viele Salons empfehlen ein Intervall von 6 bis 8 Wochen. Diese Empfehlung soll nicht dein Haarwachstum beschleunigen, sondern dient als realistischer Richtwert, um deinen Haarschnitt in Form zu halten, Spliss vorzubeugen und das Haar dauerhaft gepflegt aussehen zu lassen.Menschen mit sehr kurzen Frisuren kommen meist öfter zum Nachschneiden, während Personen, die ihre Haare lang wachsen lassen, oft nur alle 8 bis 12 Wochen einen leichten Spitzenschnitt brauchen. Oder sogar noch seltener, wenn das Haar gesund bleibt.
Dein Nachschnitt-Rhythmus sollte sich immer nach deinen Haaren richten, nicht nach dem Kalender oder dem Mond. Wenn dein Haar zu Spliss neigt oder durch Färben, Blondieren und Hitzestyling beansprucht ist, profitierst du von häufigeren Schnitten deutlich mehr als jemand mit kerngesundem Haar.
Wenn du dein Budget im Blick behalten möchtest, sprich offen mit deinem Friseur oder deiner Stylistin. Erfahrene Profis empfehlen dir ein Intervall, das sowohl zu deinem Geldbeutel als auch zu deinen Haarzielen passt. Zum Beispiel, indem wirklich nur die äußersten Millimeter geschnitten werden, wenn es nötig ist. So behältst du gesunde Längen und gewinnst trotzdem kontinuierlich an Haarlänge dazu.
©Hairfinder.com
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Wachstum