Angewinkelter Bob für lockiges Haar

Sehr kurzer A-Linien-Bob für lockiges Haar
Bild: Look Studio/Shutterstock
F: Ich habe sehr dicke Locken, die extrem schnell aufplustern. Selbst nach dem Glätten mit dem Glätteisen oder Föhn werden sie schnell wieder buschig. Ich würde sie gerne kurz schneiden lassen, damit sie pflegeleichter sind, habe aber Angst, dass die Frisur am Ende einfach nur riesig und breit wirkt.
 
Ich habe online Beiträge von anderen Lockenköpfen gesehen, die einen angewinkelten Bob tragen und darauf schwören, dass er sowohl lockig als auch gestylt super aussieht. Leider finde ich kaum gute Referenzbilder von Personen mit einer ähnlich dichten Haarstruktur wie meiner.
 
Funktioniert ein angewinkelter Bob bei sehr dickem Lockenhaar oder baut er nur noch mehr Volumen auf? Gibt es bestimmte Dinge, die ich vor so einer typverändernden Frisur beachten sollte?

 
A: Der angewinkelte Bob (im Salon oft auch Inverted Bob oder A-Linien-Bob genannt, hinten kürzer geschnitten und nach vorne hin länger werdend) ist tatsächlich oft eine hervorragende Wahl für dickes Lockenhaar. Die gewinkelte Form nimmt Gewicht aus dem Nacken, sorgt für eine moderne Silhouette und verhindert den typischen Pyramiden-Look (die klassische Dreiecksform), der bei kompaktem Lockenhaar und einer stumpfen Schnittlinie auf einer Länge schnell entsteht.
 
Allerdings fällt unter den Begriff „Locken“ eine riesige Bandbreite an Texturen. Wellen, sprunggewaltige Korkenzieherlocken und starke Krause verhalten sich völlig unterschiedlich - besonders, wenn sie kurz geschnitten werden. Ein Bob, der bei einer bestimmten Lockenstruktur fantastisch aussieht, kann bei höherer Haardichte oder einem engeren Lockenbild ein komplett anderes Ergebnis liefern.
 
Umstyling von langem Lockenhaar zum lockigen, schrägen Bob
 

Schneidetechniken und wichtige Faktoren

Bei sehr dickem, aufplusterndem Haar kann sich ein angewinkelter Bob bei falscher Schneidetechnik stark nach außen aufbauen. Um zu verhindern, dass das Haar wie eine steife Helmform aufsteht, solltest du folgende Punkte beachten:
 
• Trockenschnitt ist Pflicht: Lockiges Haar zieht sich beim Trocknen extrem zusammen. Wenn dein Stylist die Haare im trockenen Zustand und in ihrem natürlichen Fall schneidet, sieht er genau, wie stark die Locken hochspringen. Das verhindert ungewollte Überraschungen bei der Gesamtlänge.
 
• Internes Stufen statt Effilierschere: Um Masse herauszunehmen, muss dein Stylist Gewicht im Inneren der Frisur abbauen. Auf klassische Effilier- oder Modellierscheren sollte dabei unbedingt verzichtet werden. Sie erzeugen kurze, fransige Haare innerhalb der Locke, die das restliche Haar nach außen drücken und zusätzlichen Frizz verursachen. Locken-Spezialisten arbeiten zum Ausdünnen stattdessen gezielt mit Techniken wie Slicen mit einer normalen Haarschneideschere.
 
• Die Falle beim Wechsel zwischen lockig und glatt: Ein stark angewinkelter Bob, der speziell für Naturlocken geschnitten wurde, kann im geglätteten Zustand ungleichmäßig oder kantig wirken. Wenn du vorhast, dein Haar öfter zu föhnen oder zu glätten, sag das deinem Stylisten unbedingt vorher. So kann er die Grundlinie so anpassen, dass sie in beiden Stylings harmonisch fällt.
 
• Den Winkel dezent halten: Ein extrem steiler Winkel konzentriert sehr viel Gewicht direkt unter dem Kinn und an der Kieferpartie. Ein sanfterer Verlauf verteilt die Lockendichte meist deutlich ausgewogener.
 
Da dein Hauptziel eine einfachere Routine und weniger Volumen ist, kannst du deinen Stylisten zusätzlich nach einer Keratin-Behandlung oder einer sanften Textur-Beruhigung fragen. Moderne Behandlungen können die Lockenstruktur vorübergehend beruhigen, das Volumen spürbar reduzieren und dir das tägliche Styling extrem erleichtern.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu lockigem Haar