Haare aus Muttermälern zupfen

Muttermal
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Frage: Warum sollte man Haare nicht aus Muttermälern zupfen?
 
Antwort: Entgegen einer weitverbreiteten Annahme gibt es keinen medizinischen Beleg dafür, dass das Zupfen eines Haares aus einem Muttermal (Nävus) dessen Entartung zu einem bösartigen Tumor begünstigt. Hierbei handelt es sich um einen Mythos, der seit Generationen weitergegeben wird. Dermatologen und Onkologen sind sich einig: Das gezielte Zupfen von Haaren aus einem Nävus löst keinen Hautkrebs aus.
 
Dieser Irrglaube entstand wahrscheinlich, weil aus einem Muttermal, das sich später als malignes Melanom herausstellte, zufällig zuvor Haare entfernt worden waren. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch um eine rein zufällige Koinzidenz ohne jeglichen kausalen Zusammenhang. Hautkrebs entsteht durch genetische Mutationen der Hautzellen und keineswegs durch das mechanische Entfernen eines Haares.
 
Welche Methode du zur Haarentfernung wählst, sollte sich jedoch nach der Struktur des Muttermals richten. Makulöse (flache) Nävi verursachen in der Regel keine Probleme, während papulöse oder noduläre (erhabene) Muttermale besondere Vorsicht erfordern. Wenn du ein erhabenes Muttermal rasierst, solltest du die Klinge ohne Druck führen, um Schnittverletzungen des Gewebes zu vermeiden. Jede Mikroläsion kann sich entzünden oder mit Keimen infizieren, insbesondere wenn die nötige Hygiene vernachlässigt wird.
 
Das Epilieren mit einer Pinzette ist zwar im Allgemeinen unbedenklich, jedoch kann das wiederholte Zupfen durch das mechanische Traktionsmikrotrauma zu Reizungen, einer lokalen Entzündungen des Haarfollikels führen. Solche Gewebereaktionen verlaufen meist mild und klingen innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Solltest du nach der Haarentfernung jedoch anhaltende Schmerzen, Schwellungen oder Anzeichen einer Infektion feststellen, ist eine ärztliche Begutachtung ratsam.
 
Egal, ob du die Haare zu Hause entfernst oder eine professionelle Epilation im Salon in Anspruch nimmst: Korrekte Hygiene ist das A und O. Pinzetten und andere Instrumente müssen vor der Anwendung gründlich desinfiziert werden, um das Eindringen von Krankheitserregern in die Hautbarriere zu verhindern. Im Fachkosmetik- und Friseurhandwerk gelten bei Arbeiten an nävushaltigen Hautarealen dieselben strengen Hygienebestimmungen wie bei jeder anderen Form der Depilation oder Epilation.
 
Es empfiehlt sich grundsätzlich, das Erscheinungsbild deiner Muttermale regelmäßig im Blick zu behalten. Ein Haar, das aus einem Muttermal wächst, ist weder ein Indikator für Gutartigkeit noch für eine Pathologie. Viele physiologisch völlig unbedenkliche Nävi weisen Haarwuchs auf. Wenn du jedoch Veränderungen bezüglich Größe, Form, Pigmentierung oder Symmetrie bemerkst oder wenn das Muttermal zu jucken, nässen oder zu bluten beginnt, solltest du umgehend einen Dermatologen aufsuchen. Diese morphologischen Veränderungen sind für die Früherkennung von Hautkrebs entscheidend, völlig unabhängig davon, ob an dieser Stelle zuvor ein Haar gezupft wurde.
 
Diese Antwort dient nur zu Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an einen Arzt.
 
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Wachstum