Dauerwelle und Haarlängenveränderung

A: Das ist eine hervorragende Frage, denn den wenigsten ist bewusst, dass eine Dauerwelle die optische Haarlänge deutlich verändert. Viele stellen sich vor, dass schulterlanges Haar nach der chemischen Umformung genauso lang bleibt, nur eben gelockt. Umso größer ist das Erstaunen, wenn das Haar, das vorher die Schultern berührt hat, plötzlich weit darüber liegt.
Die Intensität der Umformung wird maßgeblich durch das gewählte Wellmittel bestimmt. Die verschiedenen Präparate bieten unterschiedliche Verformbarkeit und Sprungkraft:
• Alkalische Dauerwellen: Erzeugen ein klares, sprungstarkes Lockenbild. Sie kommen vor allem bei schwer umformbarem, glasigem oder dickem Haar zum Einsatz.
• Saure Dauerwellen: Ergeben weichere, fließende Wellen. Feines, poröses oder strukturgeschädigtes Haar wird bevorzugt mit sauren oder milden Wellmitteln behandelt, um die Struktur zu schonen. Bei kürzerem oder feinerem Haar reicht meist eine mildere Rezeptur, da das Eigengewicht gering genug ist, um die Welle problemlos zu tragen.

Die Stärke der Dauerwellwickler ist ein weiterer entscheidender Faktor. Große Wickler erzeugen sanfte Bewegung, bei der optisch mehr Länge erhalten bleibt. Kleine Wickler sorgen für enge Locken, die das Haar extrem nach oben ziehen. Die Wahl der Wicklergröße richtet sich immer nach der Ausgangslänge, dem Kundenwunsch und der Wickeltechnik (wie oft das jeweilige Passée um den Wickler gedreht wird).
In der Regel verliert das Haar bei einer klassischen Dauerwelle mit mittlerer Wicklergröße etwa 20 % bis 30 % an optischer Länge. Bei sehr kleinen Wicklern kann dieser Längenverlust sogar bis zu 50 % betragen. Das variiert je nach Haarstruktur, Eigenelastizität und dem anschließenden Styling.
Sieh es aber nicht als Längenverlust, sondern als gewonnenes Volumen. Das Haar ist schließlich nicht weg.

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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Dauerwellen