Brennen & Kopfhautschmerzen

Frau mit Schmerzen auf der Kopfhaut
Bild: Ledi/Shutterstock
F: Seit Kurzem habe ich beim Haarefärben ein Brennen und Schmerzen auf der Kopfhaut. Ich verwende eine Intensivtönung und habe trotzdem starke Schmerzen, die ein paar Tage anhalten. Was kann ich tun, um diese Schmerzen zu vermeiden? Ich kann mir gar nicht vorstellen, meine grauen Haare nicht mehr zu färben.
 
A: Ein Brennen oder Schmerzen auf der Kopfhaut während oder nach dem Färben ist keine normale Reaktion. Bevor du über alternative Farbtechniken nachdenkst, ist es absolut wichtig, die Ursache medizinisch klären zu lassen und deine Kopfhaut erst einmal vollständig abheilen zu lassen.
 
SCHRITT 1: Du musst die Farbapplikation sofort abbrechen und das Produkt auf keinen Fall weiter verwenden. Schmerzen, starkes Brennen und anhaltende Beschwerden sind deutliche Warnsignale für eine allergische Kontaktdermatitis oder eine chemische Reizung der Haut. Wenn du das Produkt weiterhin anwendest, riskierst du schwere chemische Verbrennungen, nachhaltige Hautschäden oder im schlimmsten Fall sogar Haarausfall.
 
SCHRITT 2: Geh so schnell wie möglich zu einem Arzt oder Dermatologen. Erkläre ihm die Reaktion genau und lass deine Kopfhaut auf chemische Schäden, Bläschenbildung oder Entzündungsherde untersuchen. Der Arzt kann dir gezielt passende Präparate wie topische Kortikosteroide verschreiben, damit sich die Hautbarriere deiner Kopfhaut wieder beruhigen und regenerieren kann.
 
SCHRITT 3: Bitte deinen Arzt oder Dermatologen um einen professionellen Allergietest (Epikutantest), bevor du wieder irgendeine Koloration oder Tönung an dein Haar lässt.
 
Versuche jetzt bloß nicht, eigenständig einen Hautverträglichkeitstest hinter dem Ohr oder in der Armbeuge durchzuführen. Da deine Haut bereits stark reagiert hat, kann ein erneuter Kontakt zu Hause schwere allergische Schübe, Blasenbildung oder massive Schwellungen im Gesicht auslösen.
 
Ein Dermatologe kann dich sicher auf die typischen Inhaltsstoffe von Haarfarben testen – zum Beispiel auf p-Phenylendiamin (PPD), Toluol-2,5-diaminsulfat (PTD) oder verschiedene Konservierungsstoffe.
 
SCHRITT 4: Besprich mit deinem Friseur oder Dermatologen schonende Alternativen zur Grauabdeckung, sobald deine Kopfhaut wieder vollständig regeneriert ist:
 
• Reine Pflanzenhaarfarben: 100 % natürliches Henna (Lawsonia inermis) oder Indigo kaschieren und decken graues Haar ganz ohne synthetische Chemie ab. Achte beim Kauf unbedingt darauf, dass keine Metallsalze oder chemischen Farbstoffe (wie sie oft in sogenanntem „schwarzen Henna“ stecken) beigemischt sind.
 
• Kopfhautfreie Strähnentechniken: Frag deinen Friseur nach Foliensträhnen oder Lowlights. Bei diesen Färbetechniken wird die Koloration gezielt auf die Haarlängen aufgetragen, ohne dass das Produkt direkt mit der Kopfhaut in Berührung kommt.
 
• Temporäre Ansatzpuder & Haar-Mascaras: Auswaschbare Kaschiersprays, Ansatzpuder oder Haarmascaras legen sich lediglich um die Haaroberfläche. Sie sind eine sehr gut verträgliche Alternative für die schnelle Ansatzkaschierung zwischendurch.
 
Diese Antwort dient nur zu Informationszwecken. Für medizinischen Rat oder eine Diagnose wende dich bitte an einen Arzt.
 
©Hairfinder.com
 
Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Färben