Haarwuchs bei Männern

A: Im Durchschnitt wachsen Männer- und Frauenhaare genau gleich schnell: ungefähr 1,25 cm pro Monat, was rund 15 cm im Jahr entspricht. Auch wenn es feine individuelle Unterschiede gibt, ist die Wachstumsgeschwindigkeit der Kopfhaare in der aktiven Wachstumsphase bei beiden Geschlechtern im Wesentlichen identisch.
Dadurch macht der monatliche Zuwachs optisch einen riesigen Unterschied: Kommen zu einem 1,25 cm kurzen Haar weitere 1,25 cm hinzu, verdoppelt sich die sichtbare Länge auf einen Schlag (ein Zuwachs von 100 %). Wenn dieselben 1,25 cm hingegen bei einer Haarlänge von 10 cm oder mehr nachwachsen, fällt das optisch kaum ins Gewicht. Das Haar wächst also exakt gleich schnell; es wirkt nur deutlich dynamischer.
Bedenke auch, dass Haar nicht unendlich lange durchgehend wächst. Jedes einzelne Haar durchläuft seinen eigenen natürlichen Haarzyklus, der aus einer Wachstumsphase (Anagenphase), einer Übergangsphase (Katagenphase) und einer Ruhephase (Telogenphase) besteht. Die Dauer der Anagenphase liegt in der Regel zwischen 2 und 7 Jahren und wird hauptsächlich genetisch bestimmt.

Frauen besitzen im Durchschnitt zwar eine etwas längere aktive Wachstumsphase, aber letztlich gibt die individuelle Genetik die maximale Haarlänge vor, bevor das Haar auf natürliche Weise ausfällt. Deshalb können manche Menschen mühelos taillenlanges Haar wachsen lassen, während das Haar bei anderen ab einer bestimmten Länge scheinbar stagniert. In Wirklichkeit hat das Haar schlicht das Ende seines Zyklus erreicht, fällt aus und macht Platz für ein nachwachsendes Haar.
Auch Hormone nehmen spürbar Einfluss auf das Haarwachstum sowie die Haardichte:
• Bei Frauen: Während der Schwangerschaft sorgt ein erhöhter Östrogenspiegel dafür, dass mehr Haare in der aktiven Wachstumsphase verbleiben, wodurch das Haar deutlich fülliger und dichter wirkt. Nach der Entbindung fällt der Hormonspiegel jedoch wieder ab und löst einen zeitlich versetzten Haarausfall aus. Dieser vorübergehende Haarausfall pendelt sich mit der Zeit ganz von alleine wieder ein.
• Bei Männern: Androgene (speziell Testosteron und sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron / DHT) stimulieren das Wachstum von Bart- und Körperhaaren. Bei Männern mit einer entsprechenden genetischen Veranlagung dockt DHT jedoch an die empfindlichen Haarfollikel der Kopfhaut an. Das führt dazu, dass diese verkümmern und schrumpfen. Das hat zur Folge, dass der Bartwuchs dichter werden kann, während gleichzeitig das Kopfhaar an Fülle verliert und ausdünnt.
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Siehe auch: Noch mehr Fragen zu Haar Wachstum